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23.5.2013 - 13:47
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Kinesiologie

Berufsentwicklung

Zum laufenden Berufsanerkennungsprozess stehen Ihnen folgende Informationen zur Verfügung:

 

Berufsbildungsprozess im Bereich KomplementärTherapie – Herausforderung und Chance für KinesiologInnen

Ein kurzer Überblick
1999 hat das Schweizer Volk in einer Abstimmung dem Vorschlag der eidgenössischen Räte zugestimmt, die Berufsbildung im Bereich Gesundheit/Soziales/Kunst in die Kompetenz des Bundes zu verlagern. Seit 2002 sind die Verbände und andere interessierte Kreise daran, im Gebiet KomplementärTherapie (KT) und Alternativmedizin (AM) (beide zusammen KAM) zwei neue, eidgenössisch anerkannte Berufe zu schaffen. Der Berufsverband für Kinesiologie KineSuisse ist an diesem Prozess im Rahmen der Mitgliedschaft im Dachverband Xund und in der OdA KTTC (Organisation der Arbeitswelt KomplementärTherapie Thérapie Complémen- taire) beteiligt.

Vorteile eines eidgenössisch anerkannten Berufsabschlusses

  • Ein gesamtschweizerisch einheitlicher Abschluss wird von den zuständigen Berufsorganisationen selbst definiert und vermittelt den vielfältigen Methoden in unserem Bereich eine einheitliche Identität. Die Position unseres Berufes gegenüber den Krankenversicherungen wird gestärkt.
  • Mit der anerkannten Berufsausbildung eröffnen sich den Praktizierenden neue Aktivitätsfelder und Anstellungsmöglichkeiten, beispielsweise in Rehabilitationskliniken und Sozialinstitutionen oder in der Gesundheitsförderung.
  • Die Kantone, welche uneinheitliche Forderungen an die Praxiszulassung stellen, sollen die Möglichkeit erhalten, Praxisbewilligungen auf Grund des einheitlichen Berufsabschluss KT ohne eigenen Prüfungsaufwand zu vergeben.
  • Nicht zuletzt wird auch die Akzeptanz und Anerkennung unseres Berufes in der breiten Öffentlichkeit erhöht.

Trägerschaft
Die OdA KTTC ist die Trägerschaft der zukünftigen Prüfungen. In Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden und dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT streben KT und AM zwei gleichwertige, eidgenössisch anerkannte Berufsabschlüsse an.
Die OdA KTTC wird von folgenden Verbänden gebildet:

  • Dachverband Xund (DvXund)
  • Naturärzte-Vereinigung Schweiz (NVS)
  • APTN/ARNTS (TherapeutInnen-Vereinigungen der Romandie)
  • Büro Gutknecht, vertritt zwei weitere Verbände
  • Shiatsu-Gesellschaft Schweiz (SGS)
  • Cranio Suisse
  • KineSuisse

Konzept der neuen Ausbildung
Die Ausbildungen werden modularisiert, sodass die heutige Berufsbildungslandschaft möglichst erhalten werden kann. Die Ausbildungen bauen auf drei Säulen auf:

Methoden-Module: Sie umfassen mindestens 500 Stunden, in welchen die spezifischen Fähigkeiten der Methoden vermittelt werden (z.B. Kinesiologie).

Themenzentrierte Module: Sie umfassen 300 Stunden und vermitteln die Themen, welche für alle KomplementärTherapeutInnen gleich sind. Die Kompetenzen der Themenzentrierten Module wurden von den Berufsverbänden in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Roten Kreuz bestimmt und umfassen folgende Themen: (K = aktuelle Kontaktstunden)

  • Gesundheitsverständnis, Ethik und Menschenbild (24 K)
  • Interaktion und Kommunikation (30 K)
  • Lernen, Entwicklung, Persönlichkeit (30 K)
  • Nothilfe 1 und 2 (30 K)
  • Strukturen und Funktionen des menschlichen Körpers sowie Entstehung, Verlauf und Auswirkung von Krankheiten (120 K)
  • Umgang mit Anderen und Sich Selbst (30 K) •    Vernetzung im Gesundheitswesen, Praxisführung, Berufsidentität, Berufsentwicklung, Qualitätssicherung (36 K)

Mentorierte Praxiseinführung: Sie wird 250 Stunden umfassen. Die PraktikantInnen werden durch Praxis-MentorInnen begleitet.

Passerelle KT
Mit der Passerelle KT hat die OdA KTTC die Möglichkeit geschaffen, bereits heute einen gesamtschweizerischen Berufsabschluss in KomplementärTherapie zu erlangen. Dabei werden die unterschiedlich erworbenen Kompetenzen und die Berufspraxis formal, in der für die ganze Branche der KT gültigen und einheitlichen Form eines Dossiers dargelegt, erläutert und nachgewiesen.
Die Passerelle KT

  • ermöglicht es Praktizierenden einer anerkannten KT-Methode das Branchendiplom zu absolvieren.
  • macht Praktizierende mit der Sprache der KT und ihren Anforderungen vertraut.
  • findet aktuell über jährlich stattfindende Kurse in diversen Schweizerstädten statt (geplante Kurse siehe www.komplementaer.org).

Inhalte und Arbeitsprozesse der Passerelle:

A.    Erstellen eines Dossiers

  • Werdegang beschreiben
  • Kompetenzen und Kenntnisse der KomplementärTherapie reflektieren und einschätzen
  • Ausbildung, bezahlte und unbezahlte Tätigkeiten nachweisen
  • Fallanalyse erarbeiten
  • allfälligen Nachschulbedarf eruieren

B. Präsentation

  • Eine Kompetenz präsentieren

Branchendiplom der OdA KTTC
Kann nach Überprüfung des in der Passerelle erstellten Dossiers und der Präsentation einer Kompetenz der KT ausreichende berufliche Handlungskompetenz attestiert werden, erhält die betreffende Person das Branchendiplom OdA KTTC.

Das Branchendiplom

  • ist ein gesamtschweizerischer Berufsabschluss in der Branche KomplementärTherapie.
  • wird für eine oder mehrere anerkannte Methoden der KomplementärTherapie ausgestellt.
  • berechtigt den Inhaber öffentlich als KomplementärTherapeutin / KomplementärTherapeut Methode(n) XY aufzutreten (XY = KT Methode z. B. Kinesiologie).
  • wird mit hoher Wahrscheinlichkeit als Voraussetzung für die Zulassung zu einem eidgenössischen Abschluss als KomplementärTherapeutin / KomplementärTherapeut dienen. Gegenwärtig finden entsprechende Vorarbeiten in Zusammenarbeit mit dem BBT statt.

Voraussetzungen zur Erlangung des Branchendiploms:

Für Praktizierende einer anerkannten KT-Methode:

  • 3 jährige Berufserfahrung mit mindestens 30% Tätigkeit
  • Abschluss der Passerelle KT

Für zukünftig Auszubildende:

  • Abschluss einer KT anerkannten Methode (aktuell anerkannte Methoden siehe www.komplementaer.org)
  • Abschlüsse aller Themenzentrierten Module
  • Abschluss mentorierte Praxiseinführung

Innerhalb der anerkannten KT-Methoden sind bereits zahlreiche TherapeutInnen, darunter auch die ersten hundert KinesiologInnen, im Besitz des Branchendiploms. Dies zeigt das Interesse der praktizierenden TherapeutInnen am Berufsanerkennungsprozess und etabliert diesen gesamtschweizerischen Branchenabschluss.

Aktuelle Situation
Im Mai 2009 konnte die 2008 aus politischen Gründen gestoppte Zusammenarbeit mit dem BBT nach Annahme der Vorlage „Zukunft mit Komplementärmedizin“ wieder aufgenommen werden. Derzeit arbeitet die OdA KTTC daran, mittels einer Berufsfeldanalyse die Einbettung unseres zukünftigen Berufes in die bestehende Berufslandschaft zu klären. Dabei geht es unter anderem um die klare Abgrenzung zwischen KT und AM, damit zwei unterschiedliche Berufe geschaffen werden können. Zusätzlich müssen ein Bedarfsnachweis durchgeführt und die Schnittstellen mit den sogenannten Stakeholdern (Anspruchsgruppen im gleichen Berufsfeld, z. B. Krankenversicherer, Ärzte, kantonale Gesundheitsdirektoren etc.) geklärt werden. Daneben geht die interne Arbeit an Reglementen und Ausbildungsmodulen weiter. Der KineSuisse ist seit Beginn dieses Jahres direktes Mitglied der OdA KTTC und durch Andrea Bürki auch in dessen Vorstand vertreten.

Ausblick
Die Berufsreglementierung ist ein langjähriger komplexer Prozess, welcher schon viele positive Entwicklungen hervorgebracht hat. Über all die Jahre hat sich aus den verschiedenen Methoden des Dachverband Xund eine einheitliche Identität in Form des Berufsprofils der Komplementär-Therapie herausgebildet. Neben einer weiteren Differenzierung dieser Arbeiten sind in nächster Zeit viele Prozesse auf politischer Ebene notwendig, die ebenso komplex sind und viel Zeit in Anspruch nehmen. Aus diesen Gründen können im Moment keine genauen Angaben gemacht werden, wann und in welcher definitiven Form der eidgenössische Abschluss umgesetzt sein wird. Der KineSuisse ist an vorderster Front aktiv und setzt sich für eine zweckmässige und zukunftsgerichtete Berufsreglementierung ein.

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